Teil III: Online und vernetzt. Warum sich Social Media für BestatterInnen lohnt.

Wie stelle ich mich am Besten mit meinem Bestattungsinstitut im Netz dar und wie kann ich am besten gefunden werden? Um diese und andere Fragen geht es heute im 3. Teil unserer Artikelserie Digitalisierung in der Bestattungsbranche.

Die Bestattungsbranche hat es schwer

Soziale Medien sind aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken. Schon lange haben auch Unternehmen das Potenzial von Google, Corporate Blogs, Facebook und Co erkannt, um sich im digitalen Zeitalter entsprechend zu positionieren.

Während viele Dienstleister aus anderen Branchen im großen Stil werben und auch in den sozialen Medien auf sich aufmerksam machen, findet man auf Facebook von Bestattungshäusern oftmals nicht mehr als einen einfachen Unternehmenseintrag – wenn es hochkommt!

grafikDie Gründe dafür sind vielfältig und wahrscheinlich ein Mix aus demografischer Struktur (Alter, Geschlecht, Region) des Bestattungswesens, Skepsis gegenüber digitalen Medien und anderen weniger offensichtlichen Beweggründen, wie zum Beispiel die Angst als „hartherzig“ oder „pietätlos“ abgestempelt zu werden. Deshalb verzichten manche Bestattungsinstitute sogar ganz auf eine mediale Darstellung Ihres Unternehmens.

Darüber hinaus arbeitet die Bestattungsbranche mit sensiblen Daten und deshalb ist ein wichtiger Punkt auch die IT-Sicherheit, über die wir im vorigen Artikel bereits ausführlich geschrieben haben.

Hinzu kommt die Schwierigkeit Kunden und „Fälle“ als Referenz zu nennen, wie es in anderen Dienstleistungsbranchen gängig ist. Erschwerte Bedingungen also für die Bestattungsbranche.

Keine Angst vor Facebook und Co

Es gibt jedoch Möglichkeiten, sich mit ihrem Bestattungsunternehmen online darzustellen, ohne dabei aufdringlich oder pietätlos zu wirken. Mit ein paar kleinen Tricks und Griffen können Sie Ihre Kunden dazu bringen, sich selbst als Referenz zu nennen bzw. die Zufriedenheit Ihrer Kunden für sich sprechen zu lassen.

Denn auch das können wir aus der wachsenden Anzahl der Online-Bestattungsvermittler lernen: die Nachfrage verlagert sich ins Netz – also ist es an der Zeit auch Ihr Angebot ins Netz zu verlagern und sich somit einen Wettbewerbsvorteil zu sichern.

Suchmaschinenoptimierung ist das E und O

Zuallererst ist es aber das Ziel Ihr Unternehmensprofil (ob Homepage oder Facebook-Seite) auffindbar oder sichtbar zu machen und das geschieht in allererster Instanz über Suchmaschinen. Der springende Punkt ist hierbei ein Konzept namens SEO – vielleicht haben Sie davon schon mal gehört?

SEO steht für „Search Engine Optimisation“. Auf gut deutsch sollen SEO – Strategien die Suchmaschinenfreundlichkeit Ihrer Homepage optimieren. Entscheidend ist, dass Sie mit den Schlüsselbegriffen Ihrer Tätigkeit und Leistungen auf den ersten 1- 3 Seiten im Google Ranking (Positionierung) platziert sind. Eine Positionierung auf der Seite 4 oder noch weiter hinten, bedeutet, dass Ihre Unternehmensseite für die meisten Suchenden so gut wie unsichtbar ist.[1]

Bestattungsunternehmen haben einen regionalen Bezug und das heißt, dass sie darauf angewiesen sind, bei Google mit ihrer Adresse gelistet und gefunden zu werden. Also falls Sie es noch nicht getan haben: Listen Sie Ihr Unternehmen auch bei Google Maps.

Google Maps ist nicht nur der erfolgreichste Online-Kartendienst, sondern auch die am meisten genutzte App auf Smartphones. Denn immer mehr Personen nutzen Google Maps auch als Suchmaschine auf ihrem Desktop Computer. Verwalten können Sie diese Einstellungen am einfachsten mit einem Google MyBusiness Account. Dort können Sie auch auf Google Analytics zugreifen.

Wichtiger Tipp: Damit Google versteht, auf welche Sprache Ihre Website ausgerichtet ist, ist es nötig die Sprache entsprechend einzustellen.[2]

Warum ein Blog ihre Sichtbarkeit erhöht

Sie können einen Blog wunderbar dafür nutzen, um sich in der jeweiligen Branche als Experte zu äußern und Themen, Probleme und Fragen Ihrer Zielgruppe zu behandeln. Ein schönes Beispiel für die Branche ist der Blog Trauer in Liebe der Bestatterin Johanna Wilke.

Trauer in Liebe Blog

Trauer in Liebe Blog

Da es in der Branche – von wegen Ausnahmen wie dem oben abgesehen – noch wenig Blogs gibt, ist das Feld noch ziemlich frei und unbesetzt. Mit einem gut gepflegten Blog und relevanten Inhalten (Content) bieten Sie Ihren Kunden und Partnern eine Plattform, auf der sie mit Gleichgesinnten kommunizieren und (positive!) Erfahrungen teilen können. So können Sie den Blog als Kanal für kostenloses Empfehlungsmarketing nutzen. Ihrer Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Durch die persönliche Note der Beiträge können Sie dem Kunden gegenüber emotionaler auftreten und Dinge ansprechen, die Sie auf Ihrer Unternehmens-Homepage nicht unbedingt platzieren würden.

Darüber hinaus können Sie, wenn Sie Ihre Inhalte und Texte nach SEO ausrichten, Ihr Ranking verbessern. Google ist ein großer Fan von Blogs, weshalb diese auch in den Suchergebnissen meist gut geranked werden. Auch für die spätere Verbreitung über Facebook und Co eignet sich ein Blog-Beitrag als schöne Basis.[3]

Facebook als Suchmaschine

Neben einem Blog sollten Sie als Bestattungsunternehmen auch eine Facebook-Seite haben. Denn diese ist nicht nur gut um Fans zu generieren, sondern auch um über den Ort gefunden zu werden. Um in der Facebook-Suche lokal gefunden zu werden, muss auch hier die Adresse hinterlegt werden.

Wenn Sie diese Funktion aktiviert haben, können Kunden, Partner usw. Ihr Unternehmen bewerten, wenn Sie es zulassen. Was Sie tun sollten, wenn Ihnen ehrliches Kundenfeedback wirklich wichtig sein sollte. In Hinblick auf das sensible Thema Ihrer Branche, sollten Sie jedoch auf aktive Werbekampagnen auf Facebook verzichten.

Was die Inhalte ihrer Beiträge angeht, so ist eine Mischung zwischen interessant, wissenswert, nützlich und emotional gut. Dafür können Sie Fremd-Content – also Links zu Artikeln, Videos etc. – oder eigene Posts entwerfen. Neben der Möglichkeit als Unternehmen eine Fanpage auf Facebook zu eröffnen, haben Sie mit Ihrem persönlichen Profil als BestatterIn noch die Möglichkeit Gruppen wie Bestatterforum, Gestatten, Bestatter! und anderen beizutreten. Hier können Sie branchenrelevante Themen besprechen, an Diskussionen teilnehmen und sich ein Bild von den Unternehmensseiten der Mitbewerber machen.

Social Media – Eine runde Sache

Wie Sie sehen konnten, gibt es für Bestattungsunternehmen viele Möglichkeiten mit einfachen Mitteln und kaum Kosten Ihre Reichweite im Internet zu erhöhen ohne dabei aktiv die Kunden anzusprechen. Wenn Sie alles richtig gemacht haben und sich ganzheitlich im Internet unter SEO-Gesichtspunkten positioniert haben, sollten die Kunden von alleine auf Ihr Bestattungsunternehmen aufmerksam werden.

Und noch ein kleiner Tipp zum Schluss: Wer sich vor allem gegenüber lokalen KonkurrentInnen absetzen möchte, der kann sich seit einiger Zeit Domains, wie .bayern, .hamburg oder .berlin sichern.

[1] Vgl.. URL: http://www.marketing4results.de/homepage_finden_seo_google.aspx (Stand: 09.11.2016)

[2] Vgl. URL: https://blog.fastbill.com/lokal-bei-google-gefunden-werden/ (Stand: 09.11.2016)

[3] Vgl.. URL: https://blog.fastbill.com/corporate-publishing-corporate-blog/?_ga=1.261306253.1091285671.1478511205) (Stand: 09.11.2016)

Titelbild ©️ William Iven