Mein erstes Mal auf einer Startup-Konferenz – der #DWNRW -Summit 2017

Digitalisierung der Bestattungsbranche vs. Digitalisierung des (privaten) Alltags vs. Digitalisierung in anderen Branchen und in weltweit agierenden Konzernen

Themen ohne Ende:

Digitale Wirtschaft, Industrie 4.0, Datensicherheit, Kindertaugliche Smartphone, Mealmatch, Konferenzen in der Virtual Reality, Pitchen wie ein Profi, Marketing-Strategien, Innovative Unternehmensstrukturen und Personalführung ohne Hierarchien

Und mitten drin ich – Bestattermeister, Wirtschaftspsychologie-Student und Mitarbeiter eines Start-ups, das wenig mit all den hier vertretenen Unternehmen zu tun hat, außer dass vielleicht auch wir mal in der METRO einkaufen oder Telefonie über VoIP nutzen und unser Anbieter (www.sipgate.de) sich hier auch präsentiert. Aber nun gut die Idee dieses Gipfels ist super und das angekündigte kostenlose Essen hörte sich super an (war es auch – ich liebe Streetfood)

Also auf geht’s der erste Vortrag beginnt: Der „Speaker“ ein Principal, New Products bei Google Deutschland zum Thema Digitale Bildung als Wirtschaftsmotor.
85% der Jobs in 2030 gibt es heute in der Art noch nicht, quasi alle erfordern „digital skills“:

Schulen sind darauf nicht vorbereitet, aber Google bietet die „Zukunftswerkstatt“ als Lern-Plattform an.
Man lernt durch’s Scheitern und auch Google hat zahlreiche Projekte und Plattformen eingestampft … soweit alles nichts neues, aber sehr prägnant und gut dargestellt. Mal sehen, wie es weitergeht …

Und schnell weiter zum zweiten Vortrag, auf den freue ich mich wirklich:
Pitchen wie ein Profi von Felix Thönnessen (Die Höhle der Löwen) – wie präsentiert man etwas und sich, wie macht man ein anderes frisches Marketing?
Der Referent, ein Komödiant und Entertainer par excellence! Tolle Beispiele, Geistreiche Witze und super Beispiele. „Tinder, die App die kaum jemand kennt und keiner nutzt – auf der man aber doch alle findet.“
„Kann Spuren von Feinstaub enthalten“ (Einhorn, da stand beim Pitch tatsächlich jemand im EInhornkostüm vor den Investoren?!)
Es gibt zahlreiche weitere gute Beispiele, alle haben folgendes gemeinsam: Anders sein, als andere. vorhandenes einfacher und intuitiver machen als bisheriges und authentisch sein. Haken dran, das machen wir.

Kaffeepause: Einen alten Schulfreund, gesichtet: Er:„Was digitalisiert denn ein Bestatter?!“ Ich: „Warte ich zeig es dir, auf deinem ollen Laptop, auf meinem iPad oder auf deinem Handy?“
Also iPad raus und los – www.pacemo.de, „hier mach einfach mal“. Und er macht. „Das ist ja genial, einfach und schnell. Bisher macht ein Bestatter das alles wie ?“ Fabian W., Maschinenbau-Student, kann auf anhieb einen Sterbefall in der EDV bearbeiten ohne die Branche zu kennen. Geht es intuitiver ?! Zum Glück gehört viel mehr dazu Bestatter zu sein! Nach einer kurzen Beschreibung welche anderen Programme manche Bestatter bisher nutzen versteht er nicht, warum „Also ich würde sofort wechseln, zumal ihr ja auch meine alten Daten einpflegt …“

Nächster Vortrag: Ja, die Idee Mitarbeiter so einzubinden, teilhaben zu lassen und zu informieren, wie der mir unbekannte Mensch da vorne auf der Bühne erzählt, das macht Sinn: Mobiles, ortsunabhängiges Arbeiten, flache Hierarchien, kreative Pausen und ständiges, lebenslanges Lernen, ja definitiv.
Auf zu Vortrag Nummer 4 …

Eine Minute im Internet im Jahr 2017

156 Millionen E-Mails
16 Millionen Text-Nachrichten
4,1 Millionen YouTube-Videos angeschaut
70.017 Stunden auf Netflix
40.000 Stunden auf Spotify gehört
750.000 US-Dollar beim Online-Shopping ausgegeben 342.ooo Apps heruntergeladen
120 neue LinkedIn-Konten eröffnet
15.000 GIF-Dateien über Messenger versendet
46.200 Fotos auf Instagram hochgeladen
452.000 Tweets abgesetzt
900.000 Facebook Logins durchgeführt
990.000 Swips bei Tinder getätigt
1,8 Millionen Snaps abgesetzt

Und bei Pacemo oder Bestattungen ? Naja, in nicht allzu ferner Zukunft werden die Leute Ihre obigen Gewohnheiten auch auf Bestattungen übertragen, in welcher Form auch immer …

Und Moment – 990.000 Swips bei Tinder getätigt – die App hat doch keiner? Dieser „keiner“ schafft in 60 Sekunden ja viele Bewegungen mit seinem Finger ….

Mittagspause -machen wir es kurz: köstlich!

Ein Gang über die kleine Messe und mal kurz bei den Pitches reinsehen. Es gibt wirklich viele Ideen zu mir nicht bekannten Problemen, mal sehen von welchen Start-ups man da mal was hören wird … Diese Idee interessiert mich aber: Virtual Reality zum Ersatz aufwendiger Konferenzen und langer Flüge um mehrere Geschäftsleute zusammen zu bringen, um mehrere Ingenieure an einem Modell arbeiten zu lassen und vieles mehr. Man kann es ausprobieren also gehen Fabian und ich in den Virtuellen Konferenzraum öffnen eine virtuelles 3D-Modell in seine Einzelteile – eine dreidimensionale bewegliche Explosionszeichnung, zum anfassen, abändern und markieren- WOW! In der freien Luft mitten im Raum stehend an ein nur digital vorhandenes Whiteboard schreiben, den theoretisch 20.000 Kilometer entfernten Teilnehmern fast gegenüberstehen.

Gut weder für Bestatter noch für Zulieferer der Branche fällt mir spontan eine wirklich effiziente und sinnvolle Nutzung ein, aber vielleicht gibt es ja etwas?

Auf in den für mich letzten Beitrag ehe es nach Hause geht.

Digitale Transformation

METRO – da gehe ich einkaufen, ja da gibt sicherlich ein paar Sachen, die man mal digitalisieren könnte …
Aber die METRO macht wohl viel mehr als ich bisher dachte und haben daher natürlich auch in vielen Bereichen Bedarf nach Digitalisierung und das in einem Umfang, einer Vielzahl und Komplexibilität, die mir nicht klar war und die ich auch schwer beschreiben

kann. Aber es scheint mir an der Stelle unvorstellbar wie man das alles umsetzen kann – erstaunlicherweise kriegen die es wirklich gut hin!

Fazit:

Die Bestattungsbranche ist vielseitig, absolut lokal verwurzelt und damit regional sehr unterschiedlich. Die Betriebe variieren in ihren Größen und Strukturen sehr, jedoch ist keines mit einem „Global-Player“ oder Konzern mit zig Tausend Mitarbeiter vergleichbar. Aber:
… dennoch lohnt sich immer ein Blick über den Teller hinaus ein „outside-the-box“- Denken, um aus anderen Bereichen zu adaptieren, von Kleinstunternehmen aber auch von Google oder Apple kann man sich etwas abgucken: „Don’t copy the tools, copy the principles.“ (W. Edwards Deming)
… dennoch ist das Streben nach Perfektion und Effizienz mindestens genauso ausgeprägt. Damit eignet sich die Branche zu einer Vorreiter- und Vorbildrolle für andere Gewerke mit smarten, mobilen und agilen Lösungen, um die Konzerne a la Metro oder mittelständische produzierende Unternehmen uns nur beneiden können. Es ist nicht nötig Programme auf Basis von OS 400 von IBM aus dem Jahr 1988 (ja, sowas ist tatsächlich noch im Einsatz) zu nutzen, der Umstieg ist einfach und zukunftsweisend.
„Es ist nicht die stärkste Spezies, die überlebt auch nicht die intelligenteste, sondern eher diejenige, die am ehesten bereit ist sich zu verändern.“ – wusste schon Charles Darwin.