Die Digitalisierung der Bestattungsbranche : Teil I – Einleitung

Augmented Reality, papierloses Büro, Internet of Things, Cloud Computing, Big Data, Sharing Economy, Robotik, oder künstliche Intelligenz. Begriffe aus Science-Fiction Filmen oder baldige Realität als Teil der Digitalisierung? Und was bedeuten diese „Konzepte“ für eine Branche, deren zentraler Bezugspunkt immer der Mensch bleiben wird?

In einer mehrteiligen Artikel-Serie geht unsere Redakteurin Mayka Engelmann auf dem Pacemo Blog diesen und anderen Fragen rund um das Thema Digitalisierung auf den Grund.

Digitalisierung und Arbeiten 4.0

Die Digitalisierung hat nahezu alle Bereiche unseres Lebens erfasst. Wir können unsere Heizung per App steuern, unser Auto per Knopfdruck selbst einparken lassen, es gibt Kühlschränke, die selbstständig Milch nachbestellen und online können wir nahezu alles einkaufen und erledigen. Und auch die Arbeitswelt erfährt eine intensive digitale Transformation. Das papierlose Büro hat Konjunktur, Ersatzteile können dreidimensional ausgedruckt werden und die Kommunikation mit Kollegen findet über Landesgrenzen und Zeitzonen hinweg Online und in der Cloud statt. Viele Technologien verändern Berufe, Branchen und ganze Volkswirtschaften. Experten sprechen heute von der Arbeit 4.0, oder auch von Industrie 4.0.

Doch was genau umfasst Digitalisierung und was meint Arbeit 4.0? Tatsächlich findet die sogenannte digitale Transformation statt, seit es Computer gibt. Genauer gesagt, seit es die Möglichkeit gibt analoge Daten in digitale Werte um zu wandeln. Das soll gleichzeitig nicht bedeuten, dass ein Abschluss dieses Projektes in Sicht ist. Wo wir uns auf dieser unbestimmten Geraden der digitalen Transformation befinden ist nicht absehbar.

Fest steht jedoch, dass sich unser Leben und Arbeiten maßgeblich durch die Digitalisierung verändert hat und ein Tipping Point auf dieser Geraden das „Arbeiten 4.0″ markiert. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales unter der Leitung Andrea Nahles (SPD) hat unter selbigem Titel ein Grünbuch (April 2015) verfasst, in welchem diese Stufen ausführlich beschrieben werden. Hier findet man auch folgende Definitionen:

  • Arbeiten 1.0 bezeichnet die beginnende Industriegesellschaft und die ersten Arbeiterorganisationen.
  • Arbeiten 2.0 ist die beginnende Massenproduktion und die Anfänge des Wohlfahrtsstaats am Ende des 19. Jahrhunderts.
  • Arbeiten 3.0 umfasst die Zeit der Konsolidierung des Sozialstaats und der Arbeitnehmerrechte auf Grundlage der sozialen Marktwirtschaft.
  • Arbeiten 4.0 ist vernetztes, digitales und flexibles Arbeiten. Die wachsende Vernetzung und zunehmende Kooperation von Mensch und Maschine ändert nicht nur die Art, wie wir produzieren, sondern schafft auch ganz neue Produkte und Dienstleistungen. Durch den kulturellen und gesellschaftlichen Wandel entstehen neue Ansprüche an Arbeit, auch die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen verändert sich. [1]

Begriffliche Abgrenzung

In der aktuellen Diskussion werden Arbeiten 4.0 und Industrie 4.0 (plus Wirtschaft 4.0 und Handwerk 4.0) oftmals synonym verwendet. Der Titel „Arbeiten 4.0“ knüpft zwar an die aktuelle Diskussion über die vierte industrielle Revolution (Industrie 4.0) an, rückt aber die Arbeitsformen und Arbeitsverhältnisse ins Zentrum – nicht nur im industriellen Sektor, sondern darüber hinaus in der gesamten Arbeitswelt. Das umfasst eben auch die Kommunikation zwischen Mitarbeitern, neue Arbeitszeitenmodelle, Vereinbarkeit von Arbeit und Privatem und so weiter. Eine Rolle spielt auch die Automatisation von Arbeitsprozessen, die dazu führt, dass der Mensch immer mehr Arbeit an Maschinen abgibt bis hin zur vollständigen Ersetzung.

Das Schlagwort „Industrie 4.0“ beschreibt vor allem den Umbruch im produzierenden Sektor. „Die deutsche Industrie steht vor einer neuen Ära. in der sich die digitale Welt mit der Welt der Maschinen verbindet, mit tiefgreifenden Veränderungen in allen Branchen.“ so Karl-Heinz Land, der Sprecher der Initiative Deutschland Digital (IDD) in einem Interview mit dem Magazin „Zeitschmelze“.[1] Dabei verschmelzen virtuelle und reale Prozesse auf der Basis sog. „cyber-physischer Systeme“ (CPS).[2] Die „reale“ Welt verschmilzt also mit der virtuellen. Man sagt auch, dass die physikalische Welt durch CPS mit der virtuellen Welt zu einem „Internet der Dinge“ wird. Doch dazu ein anderes Mal mehr.

Schnelles Handeln ist gefragt

Die Auswirkungen von Industrie 4.0 als auch Arbeit 4.0 betreffen Arbeitnehmer und Unternehmer gleichermaßen.

Für Unternehmen bedeutet das, schnell zu handeln. Sie müssen laut IDD-Sprecher Land darauf vorbereitet sein, „dass sich ihr Marktumfeld von jetzt auf gleich radikal verändern kann.“[3] Dabei gilt es einige Herausforderungen zu meistern. Zum Beispiel müssen „klassische Unternehmen ganze Geschäftsprozesse neu definieren und digitalisieren. Dafür benötigen sie maßgeschneiderte Lösungen. Die Software von der Stange hat ausgedient.“

Für Arbeitnehmer gilt folgende Faustregel: Wessen Arbeitstag hauptsächlich aus Routineaufgaben besteht, wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten sehr wahrscheinlich von einem Roboter in Software oder Hardware ersetzt[4]. Es gibt natürlich auch Ausnahmen. Künstler, Unternehmensgründer und viele Menschen, die direkt mit Menschen arbeiten, werden sich nicht so leicht ersetzen lassen.

Aber was könnten die hier vorgestellten Theorien und Konzepte konkret für die Zukunft der Bestattungsbranche bedeuten?

BestatterInnen sind Vermittler

Die fortgeschrittene Digitalisierung und Automation der Arbeit und des Lebens bedeuten nicht zwangsläufig, dass das Soziale an Bedeutung verliert. Im Gegenteil: Zwischen Technologie und Automatisierung ist es der Mensch, der alles zusammenhält.

Das gilt in Zeiten von Internetdienstleistungen und Online-Bestattungsangeboten vor allem für das Berufsbild der BestatterInnen. Da sie Dienstleistung am Menschen machen, ist ihre Funktion nicht durch Technologie (oder Roboter) ersetzbar.

Deshalb ist die digitale Transformation für diese Branche keinesfalls ein Grund zur Sorge, sondern vielmehr ein Gewinn für Jene, die sich dem Fortschritt nicht verschließen. Vielleicht wird sich die Art und Weise der Bestattungspraxis, der Umgang mit Trauer und die Organisation des Nachlasses weiter entwickeln und vielleicht sogar automatisieren und somit die Bestattungskultur nachhaltig verändern. Die Bedeutung der regionalen BestatterInnen jedoch schwindet nicht. Nur die Kommunikation und die dafür verwendeten Technologien verändern sich. So gibt es z.B. intuitive Software, die ihnen den Rücken freihalten soll, damit der Verstorbene und die trauernden Hinterbliebenen eine achtsame und individuelle Begleitung erfahren. So eine Software unterstützt die Arbeit, ersetzt aber keinesfalls ihre wichtige Funktion als Vermittler und Begleiter bei einem der wichtigsten Themen unseres Lebens: dem                                                                                                                                                                                                                                                                                                                             ENDE

 

 

[1] „Offensive ins zweite Drittel“, Zeitschmelze: Ausgabe 01/16

[2] Vgl. URL: https://upload-magazin.de/blog/12887-arbeiten-4-0/ (Stand 24.10.16)

[3] „Offensive ins zweite Drittel“, Zeitschmelze: Ausgabe 01/16

[4] Vgl. URL: https://upload-magazin.de/blog/12887-arbeiten-4-0/

[1] Vgl. URL: https://www.arbeitenviernull.de/dialogprozess/gruenbuch/arbeiten-40.html

 

Ein paar Fragen an die Gründer von Pacemo

(Dies ist ein Ausschnit aus einem auf Lexoffice erschienenen Artikel. Klicken Sie hier, um den gazen Artikel zu lesen.)

Das Team von Pacemo hat also momentan alle Hände voll zu tun. Umso mehr freuen wir uns darüber, dass Timm und Lennart – Gründer der Pacemo GmbH – die Zeit für ein Interview mit lexoffice gefunden haben.

Florian: Moin! Bitte stellt euch doch mal kurz vor.

Timm: Moin, ich bin Timm Wienberg, Unternehmer aus Leidenschaft und ein gebürtiger Hamburger Jung. Zusammen mit meinem Kollegen Lennart Guth bilden wir das Gründerteam der Pacemo GmbH. Lennart?

Lennart: Ja, das bin ich. Hamburg ist erst seit kurzem meine (vorübergehende) Heimat. Ursprünglich komme ich aus Frankfurt, habe aber in den letzten beiden Jahren eher das Leben eines digitalen Nomaden geführt. Das ist ein großer Vorteil, wenn man Entwickler ist. Man kann auch von Kuala Lumpur oder Neuseeland aus arbeiten. Die erste Idee zu Pacemo ist tatsächlich dort entstanden.

Florian: Oha, das klingt spannend! Wie kamt ihr denn auf diese Idee?

Lennart: Ich wollte mich schon immer selbstständig machen und war seit Längerem auf der Suche nach einer Branche, die eine moderne Softwarelösung sucht. Über Umwege wurde ich auf das Thema Bestattungsdienstleistungen aufmerksam. Und damit auf eine Branche, in der aufgrund einer aufwendigen Administration häufig nicht viel Zeit für die eigentliche Arbeit bleibt.

Die Fragen, die mich seitdem beschäftigten sind: Welche Prozesse lassen sich digitalisieren? Welche Unterstützung brauchen Bestatter in ihrem Alltag? Und wo genau liegt ihr Bedarf?
Vor diesem Hintergrund entwickelte ich eine erste Version von Pacemo und traf auf der Suche nach Antworten auf meinen heutigen Geschäftspartner Timm.

Timm: Das Thema Bestattungen war mir nicht neu. Meine Frau arbeitet selbst als Bestatterin und Sterbeamme. Daher weiß ich, dass die Tätigkeit durch Formalien und eine unglaubliche Fülle an Bürokratie geprägt ist und oft kaum Zeit für das wirklich Wesentliche – die Menschen – bleibt. Da ich mich vor drei Jahren, als mein Vater unerwartet starb, selbst mit diesem Problem konfrontiert sah, entstand in der Folge die Vision einer innovativen Softwarelösung für Bestattungsunternehmen. Auf den gleichen (digitalen) Pfaden wandelnd, sind Lennart und ich uns 2014 im Internet begegnet und haben dann kurzerhand beschlossen diesen Weg gemeinsam zu gehen. Da ich selbst auch vor einigen Jahren eine Zeitlang in Neuseeland gelebt habe, waren wir schnell persönlich ebenfalls auf einer Wellenlänge.

Florian: Ok, Ihr seid also die Pacemo CoFounder – habt Ihr denn noch mehr Mitarbeiter?

Lennart: Anfang des Jahres wurde uns klar, dass die Bedeutung und der Umfang des Projektes an Gewicht zunehmen und dass wir das Tempo alleine nicht würden halten können. Deshalb haben wir einen zusätzlichen Web-Entwickler eingestellt. Aus einem wurden schnell zwei. Unser Team wächst seitdem stetig und arbeitet auf Hochtouren um Pacemo bis ins kleinste Detail auf die Bedürfnisse und Anforderungen moderner Bestattungsinstitute anzupassen. Aktuell ist das Entwicklungsteam fünfköpfig und verteilt sich auf ganz Europa.

Timm: Anfang September haben wir uns auch Verstärkung für den Bereich Marketing und Kommunikation ins Boot geholt. Wir probieren hier gerade ein Tandem, also eine geteilte Vollzeitstelle, aus.

Zum einen, weil wir so zwei Kompetenzen in einer Stelle vereinen können und weil wir an die unzweifelhaften Benefits von Teamarbeit glauben. Und zum anderen, weil wir selbst große Verfechter von alternativen Arbeitskonzepten sind und uns selbst in die Kategorie Social Entrepreneurship einordnen würden. Die Verantwortung und Authentizität als Unternehmer gegenüber unseren Kunden und unseren Mitarbeitern nimmt für uns einen hohen Stellenwert ein.

Florian: Es ist ein spannender Markt, in dem Ihr Euch da bewegt – erzählt uns doch mal was darüber, welchen Herausforderungen Ihr Euch stellen müsst.

Lennart: Wir möchten Bestattern eine Unterstützung bieten und gleichzeitig den realen Anforderungen moderner Bestattungsunternehmen gerecht werden. Gerade in Hinblick auf die Produktentwicklung ist das Feedback mit Bestattern vor Ort extrem wichtig und da sprechen wir natürlich mit Vertretern beider Strömungen. In regelmäßigen Test- und Gesprächsrunden plaudern dann die Bestatter aus dem Nähkästchen und geben auch mal einen kleinen Monolog zur alkalischen Hydrolyse (Auflösung der Leiche in Lauge) zum Besten. Das ist natürlich am Anfang erst mal harter Tobak. Irgendwann gewöhnt man sich aber an diese Art der Konversation.

Florian: Und wie sieht es jetzt aus: Wo geht die Reise hin?

Lennart: Seit ein paar Tagen ist eine Basisversion von Pacemo als MVP (Minimal Viable Prouduct) der Software online. Wir arbeiten aber laufend an einer Erweiterung der Module. Aus unseren Feedbackgesprächen wissen wir zum Beispiel, dass die Funktionen Trauerdruck und Mobilität für den modernen Bestatter eine große Rolle spielen.

Florian: Die Idee ist einleuchtend, der Bedarf klar erkennbar. Aber wie sieht es mit Konkurrenz auf diesem Markt aus?

Lennart: Da sind ein paar große Softwareanbieter, die eine Art Monopolstellung in der Branche einnehmen. Deren Programme haben teilweise viele Funktionen, was ja prinzipiell nicht verkehrt ist, die aber im Bestatteralltag nicht unbedingt anwendbar sind und somit eher das Potential haben, die Organisation zu verkomplizieren anstatt sie zu vereinfachen. Es gibt aber auch spezialisierte und kleine Anbieter. Viele dieser Programme sind allerdings noch immer nicht adäquat auf Apple Geräten oder noch weniger auf einem Tablet oder iPad nutzbar.

Auch eine cloudbasierte Softwarelösung gibt es bisher nicht. Diesen Problemen haben wir uns mit Pacemo bewusst gewidmet. Unsere Software ermöglicht es seinen Nutzern, auch von unterwegs auf alle wichtigen Informationen aus der Cloud zuzugreifen. Weil es sich bei der Software um eine „Software as a Service“ handelt, müssen Bestatter sie nicht auf ihrem Rechner installieren, um sie nutzen zu können. Es gibt Anbieter, die den Kunden ihre Software immer noch per Diskette bereitstellen. Bei Anderen wiederum entstehen laufende Kosten durch eine Mehrplatznutzung oder für Schulungen und Updates.

Timm: Der Alltag eines Bestatters ist überladen genug, weshalb wir uns zum Ziel gemacht haben, die Einfachheit zurück in den beruflichen Alltag zu bringen. Und das spiegelt sich sowohl in der Struktur, als auch im Design von Pacemo wieder. Wir möchten Abläufe vereinfachen und eine aufwendige und papierlastige Administration durch digitale Prozesse ersetzen. Der Bestatter vor Ort ist der wichtigste Ansprechpartner für Angehörige, die einen nahestehenden Menschen verloren haben. Mit Pacemo erhalten unsere Kunden die Möglichkeit, sich wieder voll und ganz auf Ihre Arbeit zu konzentrieren.

Florian: Herzlichen Dank an Euch beide, dass Ihr Euch die Zeit für dieses Interview genommen habt. Wir vom lexoffice Team drücken Euch alle verfügbaren Daumen für die heiße Startphase von Pacemo!

MEIN ERSTES MAL auf der BEFA

Unsere neue Mitarbeiterin Mayka gibt euch einen exklusiven Bericht über ihren ersten Besuch auf einer Bestattungsfachmesse.

Es ist Freitag, der 07.10.16 und es nieselt, als wir in Berlin am Estrel Hotel ankommen. „Pacemo GmbH. Wir wollen zur BEFA. Aufbauen.“ Der Einweiser runzelt die Stirn und antwortet mit tiefstem Berliner Dialekt „Wat it’n ditte?“ Die Antwort kommt wie aus einem Munde: „Bestatterfachmesse!“. Der Aha-Gesichtausdruck schiebt sich auf sein nettes Gesicht. Er bittet uns noch etwas abseits zu warten, weil hinten noch ein LKW ausgeladen werden muss. Das Kopfkino beginnt. Eine LKW Ladung Särge? Leichenwägen? Wie viel Urnen passen in einen LKW?

Neben uns warten ein paar Mittfünfziger mit langen Haaren und abgerockten Jeansjacken. Bestatter? So hab ich mir die nicht vorgestellt. Aber gut, die werden ja auch nicht alle gleich aussehen.

Nachdem sich hinter uns langsam ein Autokorso sammelt, bittet ein anderer Einweiser uns, unsere Instrumente rechts oben vor dem Hoteleingang auszuladen. Instrumente? Oh jemine, das Kopfkino rattert weiter. Der eine Langhaarige mit der Jeansjacke kapiert sofort und steigt in seinen Renault Kangoo. Nun sehe ich auch das Schild am Tor: „The Holy Grail“. Ein passender Name für eine Bestattermesse aber ich meine mich zur erinnern, dass die offizielle Bezeichnung „Forum BEFA“ lautet. Als ich dann oben rechts sehe, wie der Langhaarige ein paar Urnen auslädt, die wie Gitarrenkoffer aussehen, bekomme ich meine Zweifel. Ich schaue noch mal zum Tor und als ich den Untertitel sehe, dämmert es mir langsam. Eine Gitarrenmesse!

Elvis is alive

Nun bewegt sich auch das Auto vor uns und ich sehe die Plakate vor dem Eingang des Estrel Festival, auf denen in großen Lettern „Stars in Concert“ steht. Das ist doch die Show in der Musiklegenden wie Elvis Presley, Whitney Houston bis hin zu Amy Winehouse auftreten. Aber die sind doch alle tot? Ja, dann passt das ja. Tatsächlich sollen hier heute Abend die besten Doppelgänger der Welt auftreten. Glamour pur nur 100 Meter entfernt von unserem Ziel.

Es kommt Bewegung in die Sache – der LKW ist weg und wir dürfen weiterfahren. Zur Bestattermesse müssen wir einmal ganz rum um das „Festival“. Der Stars-in-Concert-Festival-Gitarren-Charme ist verflogen und ich finde mich am Eingang einer riesigen Messehalle, so groß wie zwei Fußballfelder, wieder. Helle Beleuchtung, überall fleißiges Treiben und hier mal ein Sarg oder da mal ein paar Urnen. Messestände werden aufgebaut, Vorhänge gebügelt und Stehtische mit weiß glänzenden Hussen hin- und her geschoben. Unser Messestand befindet sich auf der anderen Seite der Messehalle (wo sonst?). Gott sei Dank haben wir ein super einfach zu transportierendes und aufzubauendes Messesystem (Danke an CleverFrame) und so ist der Aufbau schnell erledigt.

Währenddessen habe ich schon mal die Möglichkeit mich ein wenig umzuschauen. Fleißige Helferlein sind dabei riesige Rollen roten Teppichs zu verlegen. Gegenüber von unserem Messestand hat ein Ehepaar ihre neueste Kollektion Holzsärge aufgebaut. Ein neues Highlight (so wie er dort zur Schau drapiert wird) scheint der weiße Sarg mit Kordeln im Regenbogen-Design zu sein. Gay-Pride? Ich glaube eher nicht. Der Regenbogen ist in der christlichen Welt ein Symbol für den Bund zwischen Gott und den Menschen. Also zwischen Himmel und Erde. Ach herrje – wie passend!

Ich träume von fliegenden Särgen

Schräg links gegenüber ist ein Messestand auf den in schnörkeliger Handschrift „Himmelsfähre“ steht. Der Rest ist mit grünen Fleecedecken verhängt, befestigt mit schwarzem Gaffatape. Was sich darunter verbirgt werde ich morgen herausfinden. Und da ich mir nicht die Überraschung verderben möchte, packe ich meinen kleinen Trolli und fahre in mein heutiges Übernachtungsquartier in Berlin Mitte. Nach einer echten Berliner Boulette mit Saurer Gurke und Kartoffelsalat, falle ich in einen träumereichen Schlaf. Fliegende Särge (kein Scherz!), ein wilde Party und die Angst zu verschlafen, lassen mich um 06:23h ohne Wecker aufwachen. Ich nehme meinen Trolli und mache mich wieder auf den Weg zur Sonnenallee, Neukölln. Um 08:07 Uhr komme ich am Estrel Hotel an, wo schon Trubel herrscht. Die Guitar Heroes von gestern sind auch schon da.

Mittlerweile ist auch schon der rote Teppich verlegt. Mit Gaffatape, versteht sich von selbst. Um 09:00 Uhr ist offizieller Start für die Besucher. Also wird noch mal hier ein bisschen gebügelt, und da gezupft bis alles sitzt. Auf unserem Stand werden noch schnell iPad, iMac, MacBook (Apple sollte unseren Messestand bezahlen) und der Windows Laptop unseres CTOs (er ist nicht so der Apple Fan) aufgebaut und mit WLAN verbunden. Da unser Produkt eine Software ist, sind das unsere Herzstücke.

Kleine Schiffe in rosa, blau und weiß

Nachdem ich mir mein Namensschildchen angesteckt habe, schau ich mich erneut um. Die Himmelsfähre hat den grünen Fleecevorhang gelüftet und was nun sichtbar wird, lässt mich zum ersten Mal schwer schlucken. Mit einem Kloß im Hals betrachte ich die kleinen Schiffe in rosa, blau und weiß, und mit der Erkenntnis füllen sich meine Augen mit Tränen. Es sind kleine Särge, liebevoll designt und gebaut für totgeborene Föten, Säuglinge und Frühchen, die es nicht geschafft haben. Als Mutter eines kleinen Sohnes geht mir das sehr nahe. Trotz der mich soeben überwältigten Emotionen, bemerke und schätze ich die gefühlvolle und ästhetische Beschäftigung mit diesem schwierigen Thema.

Es ist kurz vor neun und die Aussteller besprechen sich ein letztes Mal und postieren sich auf ihren Flächen. Um punkt 09:00 Uhr erklingt die Durchsage: „Willkommen zur 15. Bestatterfachmesse im Estrel Hotel Berlin“ und nur Sekunden später strömen die Besucher in die Halle. Unser Stand B8 befindet sich direkt zwischen Eingang und Halle, das heißt jeder Besucher muss an uns vorbei. Die ersten neugierigen Blicke treffen uns und so haben wir schnell ein paar Interessenten auf unserem Stand. Leute aller Couleur aber doch überwiegend Männer.

Men in Black

Ich fange die Blicke zweier gut gebauter Mittdreißiger in teuren und gut sitzenden (schwarzen) Anzügen auf. Ich lotse sie an einen unserer Stehtische und demonstriere ihnen, wie einfach und intuitiv Pacemo zu nutzen ist. Nach einer kleinen Einführung meinerseits fragt der größere und ältere der beiden „Sie haben da Bestattersoftware der neuen Generation stehen. Was kann Ihre Software denn, was andere nicht können?“ Ich antworte stolz: „Sie ist cloud-basiert und deshalb immer und überall nutzbar. Auch auf dem iPad.“ Ich dachte ich sei gut vorbereitet. Ich dachte, damit hätte ich ihn. Aber er reagiert nur mit einem skeptischen Gesichtsausdruck. Ich erzähle ihm, wie wir die Branche ins digitale Zeitalter begleiten und die regionale Bestattungskultur stärken wollen. Nichts. Dann wiederholt er „Noch mal ein Schritt zurück. Was kann ihre Software, was andere nicht können?“ Ich bin verunsichert. Dann frage ich zurück: „Was soll ihrer Meinung nach denn die Bestattersoftware der neuen Generation können?“ Er antwortet: „Buchhaltung“. Ich denke nur ,such dir doch ne Buchhaltungssoftware’ und sage: „Das ist in Planung. Wir brauchen aber noch etwas Entwicklungszeit. Sie müssen sich vorstellen, dass wir für die jetzige Version nur acht Monate gebraucht haben. Das ist sehr schnell.“, doch er zeigt sich wenig überzeugt und lässt mich mit den Worten stehen „Ihr hättet bis nächstes Jahr warten sollen“.

Bis auf diese eine skeptische Ausnahme, mit der ich einen nicht ganz so guten Start gemacht habe, bin ich überwältigt von der freundlichen Schüchternheit der Interessenten. Wir bekommen unheimlich viel nettes Feedback für die Software und viel Lob für das Design.

Irgendwann muss ich mir mal die Beine vertreten und starte meinen ersten Rundgang durch die komplette Ausstellung. Ich sehe viele ältere Herren, die genau meinem Klischee von Bestattern entsprechen aber auch viele junge Frauen und Männer, die so gar nicht darein passen wollen. Und das stimmt mich heiter.

Urnen, Särge und Diamanten

Ich laufe an jeder Menge Messeständen mit Urnen und Särgen vorbei, die in der Produktplatzierung Platz 1 und 2 einnehmen. Dahinter folgen aber gleich die Händler und Hersteller von Leichenwagen. Als sich gerade eine gewisse Rationalität anhand der gesehenen Produkte einstellen möchte, laufe ich an einem großen Plakat vorbei. Auf diesem ist eine riesengroße Kolonne von weißen Leichenwagen auf einer scheinbar gesperrten Autobahn zu sehen. Das kommt mir merkwürdig vor. Mein Kollege klärt mich auf, dass die Firma vor dessen Messestand ich gerade stehe, damals die 16 Wagen umgebaut und bereit gestellt hat mit denen die 16 Opfer des Germanwings Absturzes nach Deutschland überführt worden waren. Das Foto auf dem Plakat ist dort entstanden. Mich überkommt erneut ein mulmiges Gefühl.

Auf meinem Streifzug durch die Reihen der Halle komme ich noch an einem Stand für Erinnerungsdiamanten, bei dem aus der Asche eines geliebten Verstorbenen ein Diamant gepresst wird, an Flächen auf denen für Bedarf für Thanatopraktiker (Bestatter, die sich um die ästhetische und hygienische Versorgung oder Rekonstruktion des Verstorbenen kümmern) beworben wird und an einem Stand, auf dem Kühlungssysteme vorgestellt werden, vorbei. Auch hier hat man sich dem Thema Kindstod angenommen und so zur Demonstration ein Babybettchen aufgebaut, in das man ein Kühlsystem eingebaut hat. Wieder ein Schauer.

Mit gutem Gefühl heimwärts

Ich beende meinen Messerundgang und finde mich wieder in unserem Messestand ein. Ein paar Stunden und viele weitere nette Gespräche später, scheint das Groteske schon gar nicht mehr so grotesk und es setzt eine angenehme Gelassenheit ein. Ich ziehe den Hut vor all den Menschen, die sich dem Thema Bestattungen gewidmet haben. Ein Thema, um das in unseren Breitengraden immer noch viel herum gedruckst wird. Nicht so hier. Hier sagt man, was man denkt. Aber trotzdem höflich und freundlich. Das Feedback der Besucher auf uns junge „Frischlinge“ war im Großen und Ganzen sehr positiv und ehrlich. Wir können mit dem Gefühl heimfahren, auf dem richtigen Weg zu sein, haben aber auch viele Hausaufgaben im Gepäck. Und eines ist ebenfalls gewiss: das wird auf jeden Fall nicht meine erste und letzte Bestattermesse bleiben. Todsicher!

 

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5 Gründe, warum Word und Excel für die Auftragsabwicklung ausgedient haben

In vielen Bestattungsbetrieben ist es üblich Dokumente und Rechnungen mit Word und Excel oder anderen Office-Paketen zu erstellen. Warum ist das so? Vielleicht wurde es schon immer so gemacht und bisher hat es ja auch ohne Weiteres geklappt. Dennoch ist diese Vorgehensweise veraltet und bringt jede Menge Nachteile mit sich gegenüber einer Bestattersoftware wie Pacemo.

Mit diesem Blogartikel sprechen wir 5 Gründe an, warum die Zeit gekommen ist die Nutzung von Word und Excel zu überdenken.

 

ZEIT SPAREN

Über eine Stunde je Sterbefall. Das sind die Erfahrungswerte der Bestatter mit denen wir gesprochen haben. Briefe und Dokumente mit Word zu erstellen geht mit einer Vorlage noch recht gut, jedoch ist die Pflege und Dokumentation sehr aufwändig.

Pro Sterbefall können so 10 Minuten und mehr pro Dokument anfallen für Arbeitsschritte wie z.B. das korrekte Ausfüllen aller Felder, Suche der richtigen Auftragsdaten oder Pflege der korrekt fortlaufenden Kunden- und Rechnungsnummern. Hinzu kommen das Ausdrucken, der Kauf von Briefmarken und Briefumschlägen, der Gang zum Briefkasten… Mit einer Bestattersoftware wie Pacemo sind viele Schritte wie der Gang zum Postamt und das manuelle Einpflegen von Daten in Dokumente nicht mehr notwendig.

Aus unserer Sicht darf die Erstellung einzelner Dokumente nicht mehr als 2 Minuten in Anspruch nehmen. Bei 10 Dokumenten pro Sterbefall sind bereits 10 x 8 Minuten eingespart (= 1 Std. 20 Min.). Je nachdem wie viele Dokumente und Sterbefälle monatlich anfallen, kann man bis zu einem kompletten Werktag je Monat einsparen. Diese Zeit kann in die Begleitung der Hinterbliebenen investiert werden.

 

AUSSEN WIE EIN PROFI

Dokumente mit Word können auch „schön“ aussehen, jedoch sind die Vorlagen bei Word begrenzt und haben oft einen simplen Charakter. Mit der webbasierten Bestattersoftware Pacemo können Sie Ihre eigenen Vorlagen erstellen, Ihr Logo hochladen und für zukünftige Korrespondenzen nutzen.

 

GELD SPAREN

Mit Pacemo können Sie Rechnungen direkt per E-Mail verschicken. Oder Sie leiten die Rechnung per Mausklick an Ihren Factoringpartner weiter. Im Vergleich zum Briefversand also wesentlich günstiger, und trotzdem gesetzlich korrekt.

 

LOGISCH MITEINANDER VERKNÜPFTE DATEN

Ihre hinterlegten Daten zu einem Sterbefall werden in der Bestattersoftware hinterlegt, Algorithmen erkennen anschließend automatisch bekannte Muster und können anhand Ihrer Eingaben benötige Formulare vorgeschlagen. Rechnungen lassen sich mit wenigen Klicks mit den Kundendaten und beauftragten Positionen in der richtigen Vorlage zusammensetzen.
Zusätzlich lassen sich weitere individuelle Felder erstellen, die Sie selbst benennen können.
Pacemo liefert auch wertvolle Informationen, wie z.B. einen Blick auf die aktuelle Liquiditätsentwicklung in den Statistiken.

 

VON ÜBERALL ZUGÄNGLICH, AUCH IM TEAM

Da Pacemo eine 100% webbasierte Bestattersoftware ist, können Sie von überall auf ihre Daten zugreifen. Für die Nutzung von Pacemo müssen Sie keine teuren Lizenzen erwerben oder in neue Hardware investieren. Legen Sie direkt los! Auch die Installation von lästigen Updates gehört der Vergangenheit an. Ob bei der Familie daheim, im Bereitschaftsdienst oder während eines Lieferantenbesuchs. Alles, was dafür benötigt wird ist ein Endgerät mit Internetzugang.

Sie können auch für Ihre Mitarbeiter ein eigenes Benutzerkonto mit individuellen Rechten erstellen. Sterbefälle können so noch leichter im Team bearbeitet werden. Auftragdetails, Dokumente und Änderungen sind für jeden sofort verfügbar. Das ist praktisch und hilft bei der Teamarbeit.

Jeder, der sich selbst von den Möglichkeiten einer webbasierten Bestattersoftware überzeugen lassen möchte, kann sich in unseren BETA-Newsletter eintragen.

Wie alles begann – Die Idee hinter Pacemo

Als Bestatter kennen Sie sicherlich die folgende Situation: Sie wollen sich einen kurzen Überblick über die bestehenden Aufträge und der bereits erledigten Aufgaben verschaffen, doch der Rechner streikt.
Oder das Programm hakt.

Je nachdem ob Sie einen neuen Betrieb gegründet haben, einen bestehenden übernommen haben oder bereits seit einigen Jahren als Bestatter tätig sind, als Unternehmer springen Sie zwischen Ihren aktuellen Aufträgen und den administrativen Aufgaben Ihres Betriebes hin- und her.

Clever, zeitsparend und kosteneffizient

In jedem Fall versuchen Sie ihren Bestattungsbetrieb möglichst clever, zeitsparend und kosteneffizient zu führen. Sie müssen jederzeit den Überblick über zu erledigende Aufgaben in Ihren Aufträgen behalten, und parallel die Einnahmen und Ausgaben im Blick behalten. Ist diese Rechnung nun schon bezahlt? Wurde dieser Brief schon verschickt?

Bisher haben Sie vielleicht Ihre Aufträge und Formulare in Excel, Word und anderen Programmen hinterlegt. Oder Sie haben ein kleines Vermögen in eine komplexe Bestattersoftware investiert, deren Funktionen Sie garnicht alle kennen, geschweige denn nutzen.

Mit dieser komplexen Software sind Sie vielleicht noch verwirrter als vorher oder sind von den Funktionen und den Abläufen überflutet. Wer braucht denn tatsächlich alle diese Funktionen, und kann das nicht irgendwie einfacher gestaltet sein?

Das war für uns die Initialzündung ein neues Angebot zu schaffen und das Softwareangebot für Bestattungsbetriebe zu revolutionieren. Mit einem Online-Angebot werden wir die Zukunft der Bestattungssoftware anbieten.

EINFACH – INTUITIV – FAIR

Wir sind ein Team aus langjährigen Bestattern, leidenschaftlichen Unternehmern und erfahrenen Softwareentwicklern. Wir sind davon überzeugt, dass wir eine Software entwickeln können, die die Maßstäbe in der Bestattungsbranche neu definieren wird. Wir werden Ihnen einen Assistenten in die Hand geben, ohne den Sie zukünftig nicht mehr arbeiten wollen.

In den kommenden Wochen stellen wir uns hier persönlich vor und werden über die weitere Entwicklung unserer Idee informieren.